Tief in den grünen Hügeln Galiciens, wo die Morgennebel sanft über die Felder streifen, lag das kleine autarke Dorf „Luz del Corazón“ – das Licht des Herzens. Hier lebten die Menschen im Einklang mit der Natur, frei von Hektik, Konsumzwang und der Enge moderner Städte.

Jung und Alt arbeiteten Hand in Hand. Die Ältesten, voller Weisheit, lehrten die Kinder, wie man die Erde mit Respekt behandelt, Gemüse anbaut und aus Kräutern heilende Salben herstellt. Es gab keine klassischen Schulen, doch das Lernen war überall: auf den Feldern, in den Werkstätten, in der warmen Gemeinschaft der Dorfküche.

Ein alter Mann namens Miguel saß jeden Morgen auf seinem kleinen Hocker am Rand des Dorfes und bot das frische Gemüse an, das die Gemeinschaft gemeinsam geerntet hatte. Er war nicht nur ein Verkäufer – er war ein Geschichtenerzähler. Kinder saßen um ihn herum, hörten von den alten Zeiten und wie die Menschen einst verlernten, im Einklang mit der Natur zu leben.

Neben ihm saß sein kleiner Enkel Tomás, der mit großen Augen zuhörte. Er liebte es, mit seinem Großvater und den anderen Dorfbewohnern in den Gärten zu arbeiten und neue Pflanzen zu entdecken. Sein bester Freund war León, ein sanftmütiger, goldener Hund, der immer an seiner Seite war.

Niemand war hier auf sich allein gestellt. Die Menschen halfen einander, wenn Häuser repariert, Brot gebacken oder Zäune errichtet wurden. Essen wurde geteilt, und das Dorf feierte jede Ernte mit Musik und Tanz unter den Sternen.

Ein kleines Mädchen, Alba, war besonders neugierig. Sie verbrachte ihre Tage damit, mit den älteren Frauen Seifen aus Lavendel zu sieden oder den Imkern über die Schulter zu schauen. Sie wusste schon mit acht Jahren, wie man Wolle spinnt und Brot aus Sauerteig backt.

Eines Tages kam ein Wanderer ins Dorf. Er hatte sich verlaufen und wirkte erschöpft. Sofort wurde er von den Dorfbewohnern aufgenommen, bekam eine warme Suppe und einen Platz zum Schlafen. Am nächsten Morgen, als er die lachenden Kinder und die friedvolle Gemeinschaft sah, blieb er. Wie viele andere vor ihm hatte er erkannt, dass wahres Glück nicht im Besitz, sondern in der Liebe und Verbundenheit liegt.

So wuchs das Dorf, nicht durch Beton und Straßen, sondern durch Herz und Menschlichkeit. Hier war jeder willkommen, und wer einmal kam, wollte nie wieder fort.

Und so ging das Leben in Luz del Corazón weiter – ein Ort, an dem Menschen füreinander da waren, bedingungslos und voller Liebe.

2 Gedanken zu „Das Dorf der Herzen“
  1. Hallo Daniel, kannst du bitte eine Buchbesprechung von „Du bist das Placebo“ von Joe Dispenza machen. Danke im Voraus Rainer Stretz

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