
Gewöhnlich ist das Manifestieren eine Prozedur (Beschwörungsritual), um etwas Gewünschtes zu erhalten. Und zwar ohne Gegenleistung. Es ist noch nicht zu Ohren gekommen, daß jemand etwas für einen anderen Menschen hat manifestieren wollen. Woher wollte er auch wissen, was für den anderen gut ist und was er braucht? Meist weiß er das noch nicht einmal für sich selbst.
Daher ist es durch und durch egoistisch. Niemand denkt darüber nach, ob nicht ein anderer das Gewünschte nötiger hätte. Gut, es könnte argumentiert werden, daß die Resourcen des Universums wahrscheinlich unbegrenzt seien, aber woher will man das wissen? Materie ist immer begrenzt. Und aus dem Nichts kann nichts entstehen.
Stellen wir uns einmal vor, da wären hunderte von Lottospielern, die alle für die kommende Ziehung IHRE Zahlen manifestieren wollen. Wie sollte „das Universum“ dies bewerkstelligen?
Was auch stets vergessen wird: Du mußt für ALLES bezahlen. Bestellst du bei Amazon, weißt du, in welcher Währung du bezahlen mußt und wieviel und wann. Bei einer Bestellung beim Universum, das keine Ahnung hat, was gut für dich ist, kann es sein, daß du mit deiner Seele bezahlen mußt. Und du merkst es nicht einmal.
Weit hergeholt sagst du? Nehmen wir an, du bestellst dir 10 Goldbarren und diese sind dann Ursache, deine Raffgier nach mehr zu entfachen. Da bist du durch diese Habsucht bereits in der Hölle, denn Hölle ist kein Ort, sondern ein Zustand. Da nichts aus Nichts entsteht, fehlen diese Goldbarren jetzt jemandem. Oh ja, du „könntest“ so viel Gutes tun, wenn du reich bist – denkst du. Aber kennst du dich wirklich?
Und woher willst du wissen, daß dein „Manifestiertes“ vom Universum kommt – welches du ja wegen seiner „Gaben“ als gut einstufst – und nicht von Satan, der dich gerade versucht – und deine verborgenen Schwächen kennt?
„Ich kann Manifestieren!“ rufen viele. Doch oft sind es nur Ereignisse, die sowieso geschehen wären und die dann als Beweis interpretiert werden. Denn auch wenn das „Manifestierte“ erst nach 10 Jahren „erscheint“, wird dies als eigener Erfolg gewertet. Dieses „Erscheinende“ muß auch nur ungefähr ÄHNLICH dem Gewünschten sein, um sich zu bestätigen, daß es der eigenen Kraft entsprungen sei.
Dabei ist es mit der Gedankenkraft oft nicht weit her. Wäre sie vorhanden, sollte man zumindest in der Lage sein, allein durch Denken eine Flaumfeder ein paar Millimeter zu bewegen. Fortgeschrittene können dann sicher Wasser zu Wein machen. Allein, die Einbildung ist willig, das Sein ist schwach.
Die Frage bleibt immer:
Warum sich ans Werk (die erschaffene Materie) wenden, statt an den unerschaffenen und allmächtigen Schöpfer dieses Werkes?
Aber damit nicht genug. Es gibt bereits immer mehr, welche die Idee übernommen haben, daß diese Welt (die Matrix, wie sie es nennen) eine Illusion ist (oder eine Simulation). Dann ist aber alles Materielle, was man bekommen kann und was man hat, ebenfalls eine Illusion – der eigene Körper inbegriffen.
Wozu dann also etwas HABEN wollen? Wäre es nicht klüger, das Sein, welches ewig ist, zu verbessern?
Könnte man doch nur ein höheres Sein manifestieren! Leider muß auch da „Hand angelegt“ werden – bei sich selbst. Zu allererst muß der Tempel gereinigt werden von all den Krämern und Wechslern.
Wer oder was diese Krämer sind, erfährst du, wenn du ernsthaft mit dem Reinigen beginnst.
Bis dahin lebst du weiter in der Illusion, etwas zu sein – bis hin, sich als bereits göttlich zu fühlen.
Wer noch nie das Licht sah, weiß auch nicht, was Finsternis ist – hält sich aber oft für erleuchtet.
Werfen wir noch einen Blick auf die geistigen Verhältnisse (womit nicht das Mentale gemeint ist).
Gott ist der alleinige Schöpfer von Ewigkeit.
Auch die ersten hohen Geister (Engel) schufen nur durch und nach Seinem Willen. Sie hatten aber, wie der Mensch einen freien Willen verliehen bekommen, denn nur so kann ein Individuum in der Lage sein, das Gute und Wahre zu wählen und es dadurch zu seinem Eigenen zu machen.
Der freie Wille kann nur wirken, wenn eine Entscheidung möglich ist, wenn eine Wahl getroffen werden kann. Der erste hohe Geist, der aus sich selbst gegen den Willen Gottes handelte und selbst Schöpfer werden wollte, war Satana (heute Satan). Das war die erste Selbstermächtigung und Eigenliebe.
Umkehren wollte dieser Geist nicht und riß viele andere mit in seinem Fall, welche er durch seine Lügen und Selbstherrlichkeit blendete. Somit handelte er gegen das „Dein Wille geschehe“ und wollte selbst aus eigenem Willen manifestieren. Sein Trotz bewirkte dann den ersten großen Fall.
Was bedeutete nun dieser „Fall“? Es war ein Ab-Fall vom Geistigen. Seine Seele löste sich in Abermilliarden Partikel auf, wodurch ihm einerseits die größte Macht genommen wurde, andererseits aus diesen Partikeln die Materie entstand.
Diese Partikel werden nun nach und nach durch die menschlichen Seelen wieder zurückgeführt zu Gott – aber auch nur dann, wenn sie diesen Weg aus ihrem freien Willen gehen wollen. Es hätte einen anderen Weg gegeben, der aber durch den „zweiten Fall“ Adams nicht mehr möglich ist. (Adam und Eva hatten die Fähigkeit gehabt, Nachkommen geistig zu zeugen – was wahrhaftiges Manifestieren gewesen wäre.
Dieser zweite Fall ist die sogenannte Ur-Sünde, die Jesus am Kreuz auf sich genommen hat. Für unsere heutigen alltäglichen Sünden müssen wir uns nach wie vor selbst verantworten.
Nun zurück zur materiellen Welt als Illusion.
Die gesamte Materie wird durch Gottes Willen und Seine Gedanken aufrecht erhalten. Die Ideen dazu sind rein geistig. Daher stammt alles Materielle aus dem Geist und ist praktische die Grundlage für uns Menschen, auf der und DURCH sie, wir uns bewähren können.
Kurz: Ohne diese „Matrix“ könnten wir unser Sein nicht entwickeln und unsere Seelen nicht mit dem göttlichen Geist rück-verbinden. Da dies nicht verstanden wird, suchen Unzählige, der Matrix zu entfliehen indem sie sich in ihre Traumwelten flüchten.
Alles, was sie sich da vorstellen, wünschen oder „manifestieren“ geschieht im Traum/Schlaf – einschließlich ihrer imaginären Erleuchtungen. Da aber nun die seelische und geistige Entwicklung im Jenseits fortgesetzt wird, dauert ihr Weg nur etwas länger – was in Anbetracht der Ewigkeit kaum ins Gewicht fällt.
Weil diese Entwicklung im Jenseits ohne das hinderliche Fleisch (Materie) weiter geht, bedarf es auch keiner sogenannten wiederholten Inkarnation auf Erden. Was sollte dabei auch Besseres entstehen, da die Rückerinnerung benommen ist? Und welcher befreite Geist würde gern freiwillig in das schwerfällige und hinderliche Fleisch zurück kehren wollen und womöglich noch weiter vom Weg abkommen?
P.S.: Weitere „Informationen“ finden sich detaillierter im Werk Jakob Lorbers, welches durch das innere Wort empfangen wurde. Das 11-bändige Hauptwerk ist „Das Große Evangelium Johannes“, in welchem die drei Lehrjahre Jesu beschrieben werden.
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—> In Teil 2 wird aufgezeigt, wie wahres Manifestieren funktioniert und warum der Mensch, wie er ist, dies unmöglich zustande bringen kann, ohne sich manuell (woher der Begriff manifestieren stammt) werktätig zu befleißigen, um dann nach einer gewissen Zeit etwas zu gestalten und somit ins Dasein zu rufen.
