don't panic!
Der kleine Angstmacher.

Keine Angst vor Ängsten

Wenn wir den Begriff Angst verwenden, denken wir meist nicht darüber nach, daß es diverse Ängste gibt. Auch wenn uns diese Idee käme, hätten wir keine Möglichkeit, die verschiedenen Formen von Angst korrekt einzuordnen, denn wir haben kein System dafür.

Daher ist es für ein besseres Verständnis notwendig, zuerst die 4 grundlegenden menschlichen Funktionen kennen zu lernen, da jede dieser Funktionen ihre eigene Art von Angst produziert.

Diese Idee der unterschiedlichen Funktionen wurde von G. I. Gurdjeff in den Westen gebracht und wird unter dem Begriff „Der Vierte Weg“ gelehrt.

Die 4 grundlegenden Funktionen oder Zentren.

(Zentren deshalb, weil diese als eigenständige „Gehirne“ mit eigener Erinnerung betrachtet werden)

1.) Das instinktive Zentrum
2.) Das Bewegungszentrum
3.) Das Intellektuelle Zentrum
4.) Das emotionale Zentrum

Zum instinktiven Zentrum gehören alle Funktionen, mit denen wir geboren werden und die ohne jegliche Aufmerksamkeit unsererseits perfekt funktionieren, wie Atmung, Herzschlag, Verdauung. Sie sind weitgehend mechanisch.

Zum Bewegungszentrum gehören alles funktionen, die wir erlernen müssen: Krabblen, Gehen, Schreiben, Radfahren, Sprechen und zu einem großen Teil auch das Denken (weil es meist mit Bewegungsenergie arbeitet).

Das intellektuelle Zentrum ist mehr oder weniger eine Art Bibliothek, wie ein Karteikasten und funktioniert die meiste Zeit auch mehr mechanisch (assoziativ).

Das emotionale Zentrum ist die Funktion, die Entscheidungen trifft (oder es eigentlich sollte). Das Problem ist, daß es eine künstlich erworbene Eigenschaft hat und das sind negative Emotionen. Diese sind übernommen von unserer Umgebung und im Prinzip nur möglich, weil wir sie zulassen. Weshalb wir sie auch vermeiden oder nutzen könnten, da sie ihre eigene Art von Energie haben. (Aber nicht verdrängen!)

Jede dieser Funktionen hat ihre eigene Geschwindigkeit.
Die intellektuelle Funktion ist die langsamste.

Die instinktive Funktion funktioniert nach dem Prinzip:
angenehm – unangenehm
Die Bewegungsfunktion nach dem Prinzip Ruhe -Bewegung
Die intellektuelle Funktion nach dem Prinzip Ja-Nein/Pro-Kontra/Richtig-Falsch
Die emotionale Funktion nach dem Prinzip mögen – nicht mögen

Jetzt kommen wir zu den verschiedenen Formen der Ängste.

Instinktive Angst:
– Angst zu verhungern
– Angst krank zu werden
– Angst zu sterben
– Angst zu ersticken, etc

Bewegungs-Angst:
– Klaustrophobie
– Angst zu fallen/stolpern
– Angst vor Lähmung/gefesselt sein
– Angst vor Unfällen/Flugangst

Intellektuelle Angst:
– Angst, nicht zu wissen oder nicht zu verstehen
– Angst belogen oder betrogen zu werden
– Angst zu vergessen
– Angst, für dumm gehalten zu werden

Emotionale Angst:
– Angst nicht gemocht/geliebt zu werden
– Angst nicht anerkannt zu werden (Wertschätzung)
– Angst allein zu sein
– Angst, daß die eignen geheimen Motive aufgedeckt werden

Allgemein kann gesagt werden, daß alle Ängste, die sich auf eine mögliche Zukunft beziehen, zumeist eingebildet sind, wobei aber zunächst die aktuelle Situation analysiert werden sollte, um zu sehen, worum es tatsächlich geht.

Jeder, der schon einmal in eine physisch bedrohliche Situation gekommen ist, kann davon berichten, daß in dem Moment der tatsächlichen Gefahr jede Angst verschwunden ist und der Körper einfach reagiert. Wobei meist nicht nachgedacht wird, sondern das instinktive und das Bewegungszentrum blitzschnell agieren. 

Der Verstand wäre auch zu langsam dazu.

Daraus kann jetzt der Schluß gezogen werden, daß es keinen Sinn macht, über mögliche eingebildete Ereignisse ängstlich zu werden, zumal das ja eh nichts ändert. Und meist kommt alles sowieso anders, als gedacht.

Wie man nun aber am besten mit den eingebildeten Ängsten umgehen kann, darüber in einem anderen Artikel, denn da geht es dann darum, die Fähigkeit der Selbstbeobachtung zu üben, wodurch wir dann in die Lage versetzt werden, unsere Gedanken besser zu kontrollieren und die unerwünschten Einbildungen abzustellen.

Denn du kannst deine Gedanken beobachten. Und das heißt dann, daß du nicht deine Gedanken BIST.
Das Problem bei den meisten ist, daß sie dies ständig vergessen – und dann denkt ES automatisch und assoziativ in einem und wir glauben alles, was es da so zusammen denkt. 

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