Lebe, was du träumst – nicht was von Dir erwartet wird.
Ein persönlicher Essay über innere Veränderung, Mutterschaft und das Erinnern an sich selbst
Ich glaube nicht, dass bewusste Transformation etwas ist, das man „macht“. Für mich ist sie etwas, das geschieht – leise, manchmal unbequem, oft ungeplant. Besonders für Frauen und Mütter ist sie weniger ein Ziel als ein fortlaufender Prozess des Erinnerns: an das, was wir sind, wenn wir kurz aufhören zu funktionieren.
In den letzten Jahren habe ich immer wieder beobachtet – bei mir selbst und bei anderen Frauen –, wie leicht wir uns in Rollen verlieren. Mutter. Partnerin. Berufstätige. Die, die alles zusammenhält. Und wie selten wir innehalten und fragen: Wie geht es mir eigentlich wirklich?
Wenn das Funktionieren nicht mehr reicht
Viele Frauen kommen nicht zur Transformation, weil sie sich weiterentwickeln wollen, sondern weil es so nicht mehr weitergeht. Müdigkeit, innere Leere, Gereiztheit oder das Gefühl, sich selbst irgendwo verloren zu haben. Nach außen läuft alles – nach innen wird es still.
Gerade Mütter kennen diesen Zustand. Die Verantwortung endet nie, die Bedürfnisse anderer sind ständig präsent. Eigene Wünsche werden auf „später“ verschoben. Oft so lange, bis der Körper oder die Seele ein deutliches Signal senden.
Transformation beginnt selten mit Klarheit. Meist beginnt sie mit einem diffusen Unbehagen.
Bewusstsein statt Selbstoptimierung
Was bewusste Transformation für mich nicht ist: ein weiteres Projekt, um „besser“ zu werden. Keine Morgenroutine, die perfekt eingehalten werden muss. Kein Idealbild von Achtsamkeit.
Bewusste Transformation beginnt mit Ehrlichkeit.
Mit dem Mut, hinzuschauen:
- Welche Gedanken treiben mich an?
- Wo handle ich aus Angst, Schuld oder Gewohnheit?
- Welche Rolle spiele ich – und welche lebe ich wirklich?
Allein dieses Beobachten verändert etwas. Es schafft einen kleinen Abstand zwischen dem, was passiert, und dem, was wir sind. Und genau dort entsteht Wahlfreiheit.
Mutterschaft als Initiation
Mutterschaft ist eine der tiefgreifendsten Transformationen überhaupt – und gleichzeitig eine der am wenigsten begleiteten. Sie konfrontiert Frauen mit alten Prägungen, eigenen Grenzen und ungelebten Anteilen.
Viele verlieren in dieser Zeit den Kontakt zu sich selbst. Nicht, weil sie etwas falsch machen, sondern weil sie sich selbst zuletzt auf die Liste setzen.
Bewusste Transformation bedeutet hier nicht, mehr Zeit für sich „freizuschaufeln“, sondern sich innerlich wieder ernst zu nehmen. Die eigene Erfahrung nicht kleinzureden. Die eigene Erschöpfung nicht zu übergehen.
Der Körper als ehrlicher Kompass
Irgendwann habe ich verstanden: Der Körper lügt nicht. Er spricht leiser als der Verstand, aber klarer.
Viele Frauen haben gelernt, über ihre Grenzen zu gehen. Müdigkeit zu ignorieren. Anspannung auszuhalten. Gefühle zu kontrollieren. Bewusste Transformation lädt dazu ein, diese Strategie zu hinterfragen.
Was passiert, wenn wir dem Körper wieder zuhören?
Vielleicht keine sofortige Lösung. Aber oft ein Gefühl von Wahrheit.
Kleine Entscheidungen, große Wirkung
Bei VIBA-Vision geht es selten um fertige Antworten. Eher um geteilte Prozesse. Auch Transformation zeigt sich nicht in großen Durchbrüchen, sondern in kleinen Verschiebungen:
- ein Nein, das sich zum ersten Mal stimmig anfühlt
- ein Moment von Stille mitten im Chaos
- die Entscheidung, sich selbst nicht länger zu übergehen
Nicht perfekt. Aber echt.
Eine andere Form von Stärke
Die Stärke, die aus bewusster Transformation entsteht, ist leise. Sie muss sich nicht beweisen. Sie erlaubt Widersprüche, Müdigkeit und Verletzlichkeit.
Vielleicht ist genau das die Kraft, die wir unseren Kindern vorleben wollen: nicht das ständige Durchhalten, sondern die Fähigkeit, bei sich zu bleiben.
Bewusste Transformation ist kein Ziel – sondern eine gelebte Meisterschaft
Kein Ziel. Keine Ankunft. Eine Meisterschaft.
Bewusste Transformation ist kein Zustand. Kein neues Ich. Kein Endpunkt.
Sie ist eine fortlaufende Bewegung zurück zu sich selbst. Immer wieder. Gerade dann, wenn der Alltag laut wird.
Vielleicht ist das genug.
Wenn du magst, begleite ich dich hier weiter – mit Gedanken, Fragen und Beobachtungen aus einem Leben zwischen Tiefe und Alltag.
Emilie Mawuco Valentin