Wahrheiten

Wir sehen hier in der Grafik die Darstellung der Verhältnisse der verschiedenen Meinungen zur absoluten Wahrheit. Im Zentrum die absolute Wahrheit aus Gott. Die weiteren Kreise zeigen den Abstand zu dieser absoluten Wahrheit. Der geringer werdende Durchmesser bezeigt den stets geringer werdenden Anteil an der göttlichen Wahrheit und gleichzeitig durch den größer werdenden Abstand zwischen ihnen, daß Maß der Nichtübereinstimmung. Auch die Farben werden stets bunter und stellen den größer werdenden Unterschied aufgrund des Abstandes vom Zentrum dar.

Anders ausgedrückt: Je näher das Erkennen eines Menschen der absoluten Wahrheit ist, desto geringer ist der Abstand zueinander und desto ähnlicher werden sich diese Wahrheiten. Was dann ebenso bedeutet, daß diese Menschen sich mehr und mehr verstehen und erkennen.

Außerhalb des äußersten Kreises finden sich noch wenige (dunkelgraue Kreise), die für Menschen stehen, die zwar eine dunkle Ahnung haben, daß es eine absolute Wahrheit geben muß, aber die meisten (die helleren Kreise) haben nicht dien leisesten Dunst. Und es ist ihnen meist auch egal.

Viele Menschen verstehen zwar, daß es viele unterschiedliche Meinungen und Ansichten gibt, ja, geben muß.

Damit aber nun die eigene Meinung nicht womöglich weniger richtig ist, als die aller anderen, stellen sie alle Meinungen auf die gleiche Wertigkeits-Stufe.

Das heißt: Sie halten alles für gleichermaßen wahr und damit für den Einzelnen die eigene Sichtweise für gleichermaßen richtig wie die aller anderen.

Dies heißt aber nun, daß ihnen alle anderen Meinungen „gleichgültig“ sind – im negativen Sinne und daß für sie nur ihre eigene zählt, die sie ja für richtiger halten. Sonst würden sie ja nicht an ihr festhalten. Sie geben sich aber auch keine Mühe, ihren Horizont zu erweitern, denn sie vermeinen, schon alles zu kennen. 

Daß es aber zwingend eine absolute Wahrheit geben muß, wollen sie nicht hören, denn dann müßten sie ja überlegen, wie weit ihre „Wahrheit“ womöglich davon entfernt ist.

Nur wenn es eine absolute Wahrheit gibt, können wir überhaupt von Wahrheit sprechen, denn ohne diese wäre alles eine Unwahrheit. Ja, ohne eine absolute

Wahrheit gäbe es nicht die geringste Vorstellung von Wahrheit und Unwahrheit.

Denn wie wollte man sich die Nacht vorstellen, gäbe es keinen Tag?

Dies führt nun logisch dazu, daß bei einer Diskussion, worüber auch immer, zuerst festgestellt werden muß, wer der absoluten Wahrheit am nächsten steht. Dazu sollte man jedoch schon eine etwaige Vorstellung von der absoluten Wahrheit haben oder ihr zumindest näher gekommen sein. Das Minimum aber ist das Zugeständnis, daß es eine absolute Wahrheit gibt.

Nun ist dies aber nicht ohne weiteres möglich, denn die absolute Wahrheit ist nur bei Gott, weshalb es auf ewig immer nur eine fortwährende Annäherung geben kann. Diese notwendige Annäherung zur steten Entwicklung der Seele ist vielen jedoch zu mühsam.

Je mehr Liebe zu Gott ein Mensch hat, desto näher kommt er der absoluten Wahrheit.
Denn wer Gott liebt, befleißigt sich, nach Seinem Willen zu handeln, welcher stets der absoluten Wahrheit entspricht. Dieses Handeln, um Gutes und Wahres zu tun, sollte stets allein wegen des Guten und Wahren getan werden – nicht wegen irgendwelcher Vorteile oder Belohnungen.

All dies wird aber den Weltmenschen nicht sonderlich schmecken und sie verbleiben daher lieber in ihrer Gleichgültigkeit. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Die Bibel spricht da von den „Lauen“, die ausgespien werden. Denn solange jemand Zweifel hat (noch „kalt“ ist) und diese Zweifel auch äußert und Fragen stellt, kann man mit ihm noch reden.

Von Rodney Collin (einem der Hauptschüler Gurdjieffs) stammt das Zitat:

„Wenn jemand das Falsche für wahr hält, kann er noch vom Gegenteil überzeugt werden – hält aber jemand das Wahre für falsch, gibt es so gut wie keine Hoffnung mehr.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Verified by ExactMetrics