Dankbar sein

 

Wenn ein Kind seine Lieblingsschokolade geschenkt bekommt, werden seine Augen leuchten, ein Strahlen geht über das ganze Gesicht und es macht sich sofort daran, diese Schokolade ihrem Zweck zuzuführen,  sprich: sie zu verputzen.

Da wird wohl niemand sagen, daß Kind sei nicht dankbar, auch wenn es dieses nicht in Worten äußert. Denn dankbar sein kommt aus dem Herzen – nicht aus dem Verstand.

Wenn jetzt jemand sagt, er sei dankbar für den heutigen Tag oder dafür, gesund zu sein, dann sind das nur Worte, die er denkt. Solange aber das Herz nicht daran beteiligt ist, kann von dankbar sein nicht die Rede sein.

Denn ein Begriff bezeichnet nur eine Sache, ist aber nicht identisch damit.

Wir sind in der Regel nicht in der Lage, Gefühle sofort auf Kommando zu haben oder zu erzeugen. Es gibt zwar die Möglichkeit, sich nach und nach in ein Gefühl hinein zu steigern, indem man sich intensiv eine entsprechende Situation vorstellt – aber auch dies wird wohl eher künstlich bleiben, weil die eigentliche reale Ursache fehlt.

Oder kann jemand willentlich auf Kommando weinen?

Ja, es wäre wohl möglich mit etwas Anstrengung, sich ein paar Tränen abzuringen, ob aber das Herz mit dabei ist, ist sehr fraglich.

So gibt es mehrere Dinge, die wir zwar simulieren, aber nicht wirklich der Wahrheit nach in uns erzeugen können.

Wenn dir jemand sagt: „Schwitz!“, dann wird das nicht gehen, weil deine instinktive Funktion nicht darauf eingestellt ist und du keine Kontrolle darüber hast. Genauso wenig kannst du absichtlich aufhören zu schwitzen.

Wenn dir jemand sagt: „Weine!“, wird das den gleichen Effekt haben, denn die emotionale Funktion ist nicht beteiligt.

Sagt dir jemand: „Bete!“, wird ebenfalls nichts Wirkliches dabei herauskommen, denn auch hier ist das Herz nicht dabei. Darum sind zeitlich festgelegte Lippen-Gebete völlig nutzlos.

Aus all diesem geht klar hervor, daß wir nicht über einen längeren Zeitraum dankbar sein können. Denn weder das Herz, noch unsere Gedanken sind ständig damit befaßt. Was wir können ist, uns möglichst oft daran zu erinnern, daß wir dankbar sein wollen und WARUM.

Am besten immer dann, wenn gerade negative, trostlose oder zweifelnde Gedanken auftauchen.

Dazu sollten wir aber wieder in der Lage sein, permanent unsere Gedanken zu beobachten. Auch das können wir nicht in unserem normalen Seins-Zustand.

Und nicht zuletzt sollten wir uns klar machen, WEM wir dankbar sind! Etwa der Sonne, daß sie scheint und Wärme spendet? Dem Universum, dem wir eine Milbe auf auf einem Staubkorn sind?

Oder dem Schöpfer, der uns das Leben geschenkt hat und aufrecht erhält – und das bis in alle Ewigkeit, wenn das Universum längst vergangen ist?

Wenn wir die letzten beiden Punkte zusammenfügen (zusammen denken und fühlen), kommen wir vielleicht auch schon in die Demut, die uns so sehr not tut und welche uns so recht eigentlich zu Menschen macht.

Bleiben wir also so hübsch bei dem, was uns möglich ist, denn permanentes Dankbarsein-Können gehört sicherlich nicht dazu.

Was aber nicht bedeutet, daß wir diesen Zustand nicht erreichen könnten, um dann mit jedem Atemzug dankbar zu sein .

Der Weg dahin wird in dem Artikel „Transformation“ aufgezeigt.
Der Text dazu stammt aus dem Video von Theodore Nottingham, einem Schüler des Vierten Wegs.

Link:
https://www.youtube.com/watch?v=QClXHznzZhM

Übung macht den Meister.

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